21. Februar 2016    Kategorien:   

Wir sind zu Gast im FCUK Yoga in Essen bei Barkeeper Marian Wilfahrt. Die Bar in einer Seitenstraße der Rüttenscheider gibt es seit 2008 und strahlt eine gemütliche “Shabby Chic”-Atmosphäre aus. Ein Blick in die Karte zeigt, dass hier ambitionierte Leute am Werk sind, die ernsthafte Drinks machen und gerne Gastgeber sind! Wir haben ihm 6 Fragen rund um die Bar-Szene gestellt.

 

Marian, was zeichnet einen guten Barkeeper aus?

Gastlichkeit ist ganz wichtig! Als Barkeeper kriegt man ja alle Höhen und Tiefen der Gäste mit. Sei es, dass die Gäste beim Feierabendbier an der Theke sitzen oder über Probleme philosophieren, die das Leben so bringt. Meine Philosophie ist eine anspruchsvolle Bar mit Kneipenfeeling zu schaffen, da muss man ein guter Gastgeber sein, damit sich alle Menschen Zuhause fühlen. Schließlich hat das FCUK YOGA nicht umsonst den Titel “Deutschlands schickstes Cocktail-Wohnzimmer” bekommen.

Viele Barkeeper sind gute Handwerker, sie haben fachlich echt was drauf und kreieren die abgefahrensten Drinks, aber können nicht auf die Gäste eingehen. Als guter Barkeeper muss man auch mal einfache Drinks mixen, wenn man dem Gast damit eine Freude macht. Aber die Beratung ist wichtig. Ich gebe dann gerne Empfehlungen und ermuntere meinen Gast, mal den extra angesetzten Zitrusvodka für seinen Cosmopolitan zu probieren.

 

Welche Trends siehst Du in der Bar-Szene aktuell?

Pisco ist ein neuer starker Trend in der Szene im Moment. Pisco ist ein Destillat aus Traubenmost und das alkoholische Nationalgetränk Perus und Chiles. Im Unterschied zum italienischen Grappa, welcher aus Trester destilliert wird, ist der fermentierte Traubenmost die einzige Zutat zur Herstellung von Pisco. Pisco Punch oder Pisco Sour sind die passenden Drinks für diesen Brand.

In der Tat ist Euer rude Vodka dem Pisco sehr ähnlich, weil auch seine Basis Trauben sind und er ebenfalls sehr mild ist.

 

Welche Gäste nerven? / Dein lustigstes Bar-Erlebnis?

Grundsätzlich muss man mit allen Arten von Gästen klar kommen, sonst braucht man kein Barkeeper zu werden. Aber manchmal nerven die Leute, die mir erzählen, wie der Cocktail richtig geht und dass es für jeden Drink nur ein Rezept gibt. Die lassen sich dann meist auch auf nichts anderes ein.

Lustig war auch der Gast, der auf gar keinen Fall Cachaça, sondern lieber Pitú in seinem Caipirinha haben wollte…

 

Was ist Dein Lieblingsdrink? 

Meine Lieblingsdrinks sind Old Fashioned, Negronis & Sours, weil es sehr simple und ehrliche 3-Zutaten-Getränke sind, bei denen es aufs Handwerk und auf die Zutaten ankommt.

 

Warum rude? – Wo passt’s am besten?

rude Gin ist sehr ehrlich und geht klar in eine Richtung. Ich mag die starke Wacholder-Note, weil er aus Wacholder destilliert ist und halte nicht viel davon 30-40 Botanicals in einen Gin zu packen. Viele Gins haben schöne Geschichten, aber das Handwerkliche fehlt und sie sind im Endeffekt nur Alkohol mit Kräutern.

rude Vodka hat Charakter, obwohl er sehr fein ist. Das gefällt mir, obwohl ich eher ein Gin-Fan bin :-)

 

Wo findest Du Inspirationen / neue Spirituosen?

Inspirationen bekomme ich auf Messen und Seminaren. Außerdem lese ich gerne und viel über neue Trends und Spirituosen. Bei den Kunden hat sich auch viel getan: Die wollen heute mehr beraten werden und zeigen viel Interesse an neuen Kreationen und Produkten. Dann ist die Industrie ebenfalls auf die Barszene aufmerksam geworden und versteht, dass wir wichtige Multiplikatoren für deren Produkte sind. Deshalb stellen uns Hersteller immer gerne Ihre neuen Produkte vor.

 

Für uns hat Marian noch einen Drink in Anlehnung an den Pisco-Trend kreiert:

rude sour

6cl rude Vodka

3cl Limette

1cl Zuckersirup

Eiweiß von 1 Hühnerei

Alle Zutaten zusammen kräftig shaken, in ein Glas geben und 3 Tropfen Chuncho Bitter auf den Schaum geben.

 
Cheers – stay rude!